Die Berliner Charité – Weltzentrum der Medizingeschichte

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Die Charité (franz. Barmherzigkeit) im Herzen von Berlin Mitte ist Deutschlands einflussreichstes Krankenhaus und wahrlich ein besonderer medizin- und auch zeitgeschichtlicher Ort. An der Spree gelegen unweit von Reichstag und Brandenburger Tor (sowie in früheren Zeiten in unmittelbarer Umgebung von „Führerbunker“ und DDR-Staatsrat) ist die Charité Zeitzeuge von mehr als 300 Jahren belebter Geschichte.

Das erste deutsche Programm ARD hat mit seiner Fernsehproduktion „Charité“ versucht, die teils harte Geschichte dieses Spitals in relativ leichter Kost zu erzählen – allerdings in stetem Bemühen um realitätsgetreue Darstellung der grossen Themen der jeweiligen Zeit. In drei Staffeln werden folgende Epochen porträtiert:

  • Staffel 1: Gründerzeit und deutsches Kaiserreich
    Rund um das Jahr 1890 wirkten herausragende Ärzte und Wissenschaftler wie Robert Koch (Begründer der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie; Nobelpreis 1905 „für seine Untersuchungen und Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose“), Emil von Behring (Nobelpreis 1901 „für seine Arbeiten über Serumtherapie und besonders für deren Anwendung gegen Diphtherie), Paul Ehrlich (Nobelpreis 1908 „als Anerkennung seiner Arbeiten über die Immunität“) und Rudolf Virchow (Begründer der Zellularpathologie) an der Charité.

  • Staffel 2: Nationalsozialismus
    Zu dunklen Zeiten des Nationalsozialismus wirkt der weltbekannte Chirurg Ferdinand Sauerbruch an der Charité. Euthanasie und die systematischen Morde an Kranken und Behinderten werden genauso thematisiert wie die politischen und menschlichen Abgründe dieser Zeit.

  • Staffel 3: Berliner Mauerbau
    Der Aussenzaun der Charité wurde 1961 mit Stacheldraht abgeriegelt und sämtliche Fenster Richtung Westen zugemauert. Die innerdeutsche Grenze und insbesondere die Berliner Mauer zwischen BRD und DDR sind Sinnbild des Eisernen Vorhangs und Kulmination ideologischer Fronten. Anfang der 1960er Jahren wirkt unter anderem der österreichische Forensiker Otto Prokop (bekannt als „Blutgruppenpapst“) an der Charité. 

Für Interessierte der Medizingeschichte sowie der bewegenden Geschichte Berlins sei die Serie als leichter Einstieg empfohlen, der selbstverständlich in Eigenrecherche um medizinisch wie geschichtlich tiefergehende Informationen erweitert werden kann. Ein guter Anlaufpunkt bietet das Serienportal der ARD, der kurze Hintergrundbericht „Charité – damals und heute“ sowie die chronologische Zeittafel.

Dr. Carsten Paulus

Dr. Carsten Paulus

Chief Executive Officer (MED4LIFE)
Bewegungstherapeut und Fitnesstrainer (MED4LIFE)
Coach für Sporternährung (MED4LIFE)

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