Eisensubstitution – Studienüberblick und offene Fragen

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Müdigkeit und Antriebslosigkeit, wer kennt es nicht? Eine der ersten Abklärungen, die in diesem Zusammenhang durchgeführt wird, betrifft den Eisengehalt im Blut. Eisenmangel kann unzählige Ursachen haben, bspw. Eisenverlust während der Periode, eine mangelnde Aufnahme durch falsche Ernährung oder auch Verwertungsstörungen. Das Eisen spielt eine unentbehrliche Rolle beim Sauerstofftransport. Die Episode «Eisensubstitution: Studienüberblick und offene Fragen» des Podcasts Amboss gibt uns einen Einblick in den aktuellen Forschungsstand und weist auf die Relevanz dieses Themas hin.

In der Einleitung werden kurz die Ursachen der verminderten Eisenwerte adressiert und erklärt, wie der Eisentransport im Blut funktioniert. Dann werden unterschiedliche Studien zum Thema Eisenmangel zusammengefasst. Die verschiedenen Parameter, welche entscheidend sind für einen Eisenmangel, werden miteinander verglichen. Ausserdem werden sie bezüglich ihrer Aussagekraft bei Krankheiten, die Entzündungen im Blut verursachen, beurteilt. Bei solchen Erkrankungen kann beispielsweise der gemessene Ferritinwert falsch hoch sein. Das erklärt, weshalb bei Verdacht auf Eisenmangel neben den Ferritinwerten auch das Transferrin und die Transferrinsättigung bestimmt werden sollten (Eisenmangelanämie).

In der ersten Studie geht es darum, wie ein Eisenmangel bei einer Herzinsuffizienz die Gesamtsterblichkeit der Betroffenen beeinflusst. Bei Herzinsuffizienz leiden Betroffene an einem geschwächten Herzen, das Mühe hat, Blut durch den Körper zu pumpen und ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Da das Herz ein Muskel mit einem hohen Energiebedarf ist, braucht es Eisen. Patient:innen, die an einer Herzinsuffizienz leiden, haben dank der intravenösen Eisenzufuhr eine verbesserte Lebensqualität erfahren und es wurden seit deren Einführung weniger Hospitalisationen beobachtet. In einer nächsten Studie geht es um die Therapie bei Eisenmangel. Es wird erörtert, inwiefern der Abstand zwischen der oralen Substitution mit Eisentabletten die Aufnahme von Eisen ins Blut beeinflusst; d.h. in welchen Abständen man die Eisentabletten verbreichen sollte, damit man das Eisen vollständig in den Körperkreislauf aufnehmen kann. Verglichen werden dann auch unterschiedliche intravenöse Präparate. Gründe, die für eine solche Therapie sprechen, werden erklärt und mögliche Nebenwirkungen thematisiert.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass chronische Erkrankungen oft mit entzündlichen Prozessen einhergehen. Laboranalysen des Blutes bestätigen diesen Befund. Das Problem dabei ist, dass ein häufig verwendeter Parameter, Ferritin, der für die Bestimmung vom Eisengehalt im Blut genutzt wird, oft verfälscht vorliegt. Eine Alternative zum Ferritin wäre das Transferrin. Ob Eisensubstitution in Form von Tabletten oder Infusionen geeigneter ist, ist stark von der Gesamtsituation der Betroffenen abhängig. Allgemein kann gesagt werden, dass bei der oralen Substitution weniger Nebenwirkungen auftreten. Sie wirkt jedoch weniger schnell und muss über einen längeren Zeitraum zugeführt werden. Nebenwirkungen bei der intravenösen Substitution sind Kopfschmerzen, Blutdruckabfall und eine verschnellerter Herzschlag. Diese Art der Substitution wird bei nicht ausreichender Verbesserung nach oraler Substitution angewandt oder wenn eine schnelle Verbesserung verlangt wird. Die Studien werden sehr strukturiert erörtert und es wird auch auf allfällige Interessenskonflikte hingewiesen. Die Podcast-Episode fasst sehr grob einen Teil des aktuellen Wissens bezüglich der Therapie bei Eisenmangel zusammen.

Quelle

Eisensubstitution: Studienüberblick und offene Fragen. Amboss Podcast. https://open.spotify.com/episode/2BcQVKgYk30paWwNISp1bg?si=70b32fcada9c469b.

Leandra Ehrat

Studentin Humanmedizin
Medizinische Content-Providerin (MED4LIFE)

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