Diabetes und seine Auswirkungen

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Wissen Sie, dass Diabetes oder die sogenannte „Zuckerkrankheit“ Folgen für den gesamten Körper haben kann?

Der zu hohe Zucker im Blutkreislauf strömt durch den ganzen Körper und es kann dabei zu Schädigungen an Organen sowie am Bewegungsapparat kommen.

Aber wie entsteht eigentlich ein Diabetes? Zunächst ist zwischen zwei Typen zu unterscheiden:

  • Beim Typ I Diabetes ist die Ursache eine Autoimmunerkrankung. Die Körperzellen greifen sich gegenseitig an. Die dafür vorgesehene Bauchspeicheldrüse kann kein Insulin mehr produzieren, was insbesondere den Kohlenhydratstoffwechsel (d.h. über die Nahrung zugeführten Zucker) reguliert.
  • Beim Typ II Diabetes kann der Körper nur zu wenig oder nicht wirksames Insulin produzieren. Ich bezeichne es immer als eine Art „Burn-out“ – die Bauchspeicheldrüse ist „erschöpft“.

Aber was ist denn eigentlich dieses Insulin? Insulin ist ein so genanntes „Speicherhormon“:  Es sorgt dafür, dass der Zucker im Blut vom Körper aufgenommen, gespeichert und letztlich bei Bedarf in Energie umgewandelt werden kann. Es ist somit wie ein Schlüssel für die Körperzellen. Da ein Diabetiker zu wenig oder gar kein Insulin mehr produzieren kann, bleibt der Zucker im Blut „stecken“ statt in den dafür vorgesehenen Depots in der Leber und den Muskeln gelagert zu werden.

Die Konsequenzen sind oft verheerend. Zum Beispiel droht eine Fettleber – ja, richtig gelesen: Fett. Um sich des steten Zustroms an Kohlenhydraten zu entledigen, neigt die Leber bei einer Insulinresistenz dazu, Kohlenhydrate in Fette umzuwandeln. Auch die Füsse, die uns im besten Fall durch unser gesamtes Leben tragen, können durch Diabetes auf verschiedenste Weisen geschädigt werden, z.B. an den Nerven, wodurch es zu einer Schmerzunempfindlichkeit kommen kann. Die Fussgelenke reagieren oft mit Bewegungsstörungen, auch Hornhaut und Nagelveränderungen sollten nicht ignoriert werden.

Auch unsere Nieren, Gefässe, das Herz oder unsere Augen können durch Zucker beschädigt werden. Daher ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen – auch und gerade präventiv – durchzuführen. Man kann in etwa ausrechnen, wann erste Folgeschäden auftreten können. Abgesehen von einer Ernährungsweise mit vielen Einfachzuckern (z.B. Softdrinks, Süssigkeiten) sorgen auch weitere Risikofaktoren wie z.B. Rauchen oder ein hoher Blutdruck zu einer Komplikation der vielfältigen Symptome.

Am besten beugen Sie Diabetes mit einer ausgewogenen Vollwertkost mit wenig zuckerhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln sowie regelmässiger sportlicher Betätigung vor. Während z.B. der häufige Konsum von zuckerhaltigen Softdrinks unsere Insulinsensitivität verringert, wirkt Sport als das Gegenteil davon: Er erhöht die Fähigkeit der Zellen, auf Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse zu reagieren.

Am Ende haben wir es selbst in der Hand! Nicht umsonst werden Diabetes, Hypertonie (Bluthochdruck) oder Herzkreislauferkrankungen als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Wenn derartige Krankheitsbilder in den meisten europäischen Gesellschaften auf dem Vormarsch sind, sollten wir etwas an unserer „Zivilisation“ ändern. Unser Körper reagiert nur so, wie er es evolutionär gelernt hat.

Carina Keller

Carina Keller

Physician Assistant Manager und Leiterin Diabetessprechstunde (MED4LIFE)

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